Hörer oder Täter des Wortes?


„Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.“ (Jakobus 1,22)


Unter uns herrscht oft die gefährliche Selbsttäuschung, dass das Besuchen von Zusammenkünften, Konferenzen und Seminaren schon das Tun des Werkes Gottes ist.


Wir hören Botschaften und reden über das, was wir - wie wir alle wohl wissen - eigentlich tun sollten, und langsam schleicht sich die Illusion ein, dass wir Seinen Willen erfüllen. Was wir in Wirklichkeit tun, ist nur, unsere Verantwortung zu vergrößern und uns selbst zu betrügen.

Wir betrügen uns selbst darin, dass wir uns für geistlich halten, wenn wir in Wirklichkeit vielleicht durch und durch fleischlich sind. Wir betrügen uns darin, dass wir meinen zu wachsen, während wir in Wirklich­keit auf der Stelle treten. Wir betrügen uns darin, dass wir uns für weise halten, wäh­rend wir erbärmlich dumm sind.


Der Herr Jesus sagt, dass derjenige weise ist, der Seine Worte hört und sie auch tut. Auch der Tor hört Seine Worte, aber er setzt sie nicht in die Tat um. Es genügt einfach nicht, sich eine Predigt anzuhören und dann mit den Worten wegzugehen: „Was für eine wunderbare Botschaft.“ Entscheidend ist, dass wir nach Hause gehen und sagen: „Das, was ich gehört habe, möchte ich jetzt in die Tat umset­zen.“ Jemand hat einmal gesagt, dass eine gute Predigt nicht nur den Geist erweitert, das Herz wärmt und das Fell gerbt, sondern auch den Willen zum Handeln moti­viert.


Mitten in einer Botschaft fragte ein Prediger einmal seine Zuhörer, welches Ein­gangslied sie gesungen hatten. Niemand wusste es. Er fragte nach dem Bibeltext, der verlesen wurde. Niemand wusste es. Er fragte, welche Ankündigungen gemacht wor­den waren. Niemand konnte sich erinnern. Diese Menschen spielten Versammlung.


Wir tun gut daran, uns vor jeder Zusammenkunft folgende Fragen zu stellen: Warum bin ich hierhergekommen? Bin ich bereit, Gott zu mir persönlich reden zu lassen? Will ich Ihm gehorchen, wenn Er zu mir spricht?


Das Tote Meer verdient seinen Namen zu Recht, weil ständig Wasser zugeführt wird, aber kein Wasser abfließt. In unserem Leben führt Belehrung ohne Anwen­dung zu Stillstand. Die hartnäckige Frage des Herrn klingt uns in den Ohren: „Was heißet ihr mich aber: Herr, Herr! und tut nicht, was ich sage?“


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