kleingedrucktes - aus Maleachi 2/2


Jetzt geht´s weiter mit Maleachi. Eigentlich wollte ich ja alles in einen Teil packen, aber du merkst selbst: Das Kleingedruckte hat es in sich. Übrigens gibt es noch viel mehr zu entdecken, wir kratzen hier nur an der Oberfläche! Und in diesem Teil kommt auch das versprochene Highlight!


Wir machen erstmal die Struktur zu Ende und mit der siebten Frage weiter.


7. "Worin sollen wir umkehren?" - Kapitel 3 Vers 7

Diese Frage ist eigentlich die Krönung ihrer Respektlosigkeit gegenüber ihrem Gott. Sie scheinen gar kein Empfinden für das Unrecht mehr zu haben und sagen Ihm quasi: "Zeig´ uns mal, was wir falsch gemacht haben!" Gott antwortet ihnen, indem Er ihnen Sein Gesetz vorhält.

- Und du? Machst du manchmal auch, was dir gerade passt und richtig erscheint und wenn Gott dich darauf hinweist, sagst du Ihm in etwa: "Wo steht, dass ich das nicht darf? Wieso hast Du mich davor nicht genauer gewarnt?" Weißt du, das Volk Israel brauchte Gesetze, um zu wissen, was Gottes Gedanken für ihr Leben waren. Aber du und ich, wir haben den Geist Gottes, der uns durch die Bibel viel freier führt, aber auch enger mit Gott und Seinem Charakter verbindet. Seine Ansichten zu den Dingen sollten uns also viel klarer sein, vorausgesetzt, dass die Beziehung zu Ihm stimmt.


8. "Worin haben wir Dich beraubt?" - Kapitel 3 Vers 8

Hier geht es um die Anteile Gottes am Opfer, was eng mit der zweiten Frage und dem Altar zusammenhängt. Hier geht es aber auch um den Zehnten, den sie Gott bzw. den Leviten und Priestern als Abgabe bringen sollten. Doch sie brachten lange Zeit nicht den ganzen Zehnten, sodass der Dienst der Priester und Leviten kaum noch möglich war. Der Tempel verfiel, der Gottesdienst verkam, weil kein Geld für den Unterhalt da war und die Priester und Leviten für sich selbst sorgen mussten. (siehe hierzu historisch z.B. Nehemia 13,10 ff.) Gott antwortet Ihnen so lieb und gnädig und verheißt ihnen bei Gehorsam direkt Seinen Segen. Er würde sich auch hier nichts schenken lassen!

- Die Anwendung auf uns fällt leicht und passt aus Punkt 2, auch wenn es hier tatsächlich mehr um unsere Bereitschaft zum Geben geht. Wir sollen freiwillig geben, da wo Nöte sind oder etwas für das Werk des Herrn benötigt wird. Diener Gottes verlassen sich ganz auf Seine Versorgung und haben für Ihn ihren Beruf aufgegeben. Dazu ist das Neue Testament sehr deutlich z.B. in 2. Korinther 8.


9. (+10.) "Was haben wir miteinander gegen dich beredet?" + "Vergeblich ist es, Gott zu dienen, und was für Gewinn, dass wir Seinen Dienst versahen und dass wir vor dem Herrn der Heerscharen in Trauer umhergingen?" (Kapitel 3 Verse 14+15; auch Kapitel 1 Verse 12+13)

Die Israeliten fragten sich untereinander, was sie denn davon hätten, Gott zu dienen, auf irdische Freude und Vorzüge zu verzichten. Sie klagten Gott indirekt an, dass Er sie nicht entsprechend versorgen könnte und ihnen keine Belohnung geben würde. Es geht ihnen wie Asaph, der von seinem bescheidenen Leben in Gottseligkeit enttäuscht war und nur den Wohlstand der Gottlosen beneidete. (Psalm 73) Oder wie Simon Petrus, der den Herrn fragte, welche Absicherung Er ihm denn geben könnte, was für ihn denn in der Nachfolge Jesu herausspringen würde, wie sein Einsatz kompensiert werden sollte. (Matthäus 19,27 ff.)


Gott antwortet ihnen indirekt, indem der Blick auf die schwenkt, die Ihn fürchten. Für sie wird ein Gedenkbuch geschrieben, womit Er ausdrückt, dass Er keinen Einsatz für Ihn vergessen wird. Am Ende (vergleiche Asaph), in den Heiligtümern Gottes, im Reich Christi, in der Auferstehung, wird es einen Unterschied machen, ob der Mensch gottlos oder gottselig gelebt hat. Die Erretteten erwartet Lohn, ewige Freude und Ehre, die Verlorenen aber die Gottesferne und Leid.


- Bist du manchmal kurz davor aufzugeben? Fragst du dich, was dein Einsatz für die Gemeinde und im Evangelium bringt? Du siehst keine Frucht und reibst dich selbst nur für Gott auf? Dabei sind deine Altersgenossen, die es "nicht so ultraernst mit dem Glauben nehmen" oder gar nichts damit am Hut haben, auf der Überholspur? Lohnt sich der Verzicht und die Arbeit überhaupt? - Gib nicht auf! Gott beachtet alles, was du tust. (2. Timotheus 4,7 f.) Er gibt dir einmal vollen, überreichen Lohn! Wahrscheinlich nicht auf dieser Erde (Aber empfängst du nicht jedes Mal auch selbst etwas, wenn du Gott etwas gibst?), aber doch in der Ewigkeit. Dann wird Er dir sagen: "Wohl du guter und treuer Knecht!... geh ein in die Freude deines Herrn". (Matthäus 25,23) Er wird hinzutreten und dich bedienen! (Lukas 12,37) Unfassbar und unvergleichbar mit allem, was du und ich hier erreichen können!


Damit kommen wir zum Highlight der Botschaft Maleachis, dem Herrn Jesus selbst.

Hier hilft uns eine sprachliche Besonderheit im Propheten Maleachi. Zuerst einmal heißt Maleachi schon: Mein Bote oder Engel! Diesen Ausdruck benutzt er auch in Kapitel 2,7 und besonders in Kapitel 3,1. Das Neue Testament greift diese Verse auf und bezieht sie direkt auf Johannes den Täufer, der ein Vorbereiter für Jesus Christus war! (Markus 1,4; Lukas 1,26). Das wird eng verbunden mit der Ankündigung Elias in Kapitel 3,23, worauf der Herr Jesus Bezug nimmt und Johannes den Täufer meint. (Matthäus 11,13 + 17,10) Hätte das Volk Israel Jesus Christus angenommen und nicht getötet, wären die Prophezeiungen auf den Messias, die wir in diesem Propheten finden, erfüllt worden.

So aber bleibt die Erfüllung der Prophezeiung noch aus, weil nach Gottes Plan und Weisheit eine Zeit eingeschoben wurde, in der das Volk Israel keine große Rolle in Gottes Planungen spielt. Das kannst du in Römer 11 nachlesen. Da wirst du aber auch finden, dass zu jeder Zeit ein Überrest für Gott besteht, der Ihm treu bleibt und auf den Messias wartet. Hier sind es, "die den Herrn fürchten" (Kapitel 3,16), zur Zeit Jesu "die auf Erlösung warteten in Jerusalem" (Lukas 2,38); z.B. Anna oder Simeon.


Sie warten immer noch auf die Erfüllung der Verheißungen, die du in Kapitel 3,1-6; 17-24 findest. Es wird ein Tag des Gerichts sein, an dem Gott das Volk Israel von Sünde und Ungerechtigkeit reinigen und alle Völker der Erde richten wird. Doch für die, die auf Ihn vertrauen und an Ihm festhalten, wird "die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung unter ihren Flügeln". Das ist ein Bild des Messias, der die Gerechtigkeit auf dieser Erde wiederherstellen wird und Seinen Überrest segnen wird. In allen Bereichen, die Gott durch Maleachi kritisieren musste, wird dann alles wieder in Ordnung gebracht. Gottesdienst (3,4); Frucht und Segen (3,11 f.); die Beziehung zu Gott (3,17 f.); die Beachtung des Gesetzes (3,22); die Beziehungen untereinander (3,24).


Ja, alles das wird der Herr Jesus für Sein Volk auf dieser Erde tun und alles ist ein Ergebnis Seines Todes am Kreuz. Wie wunderbar wird es für Ihn sein, was für eine Belohnung! Wie muss Er sich schon vor dem Kreuz darauf gefreut und danach gesehnt haben, dass Er Frucht für die Mühsal Seiner Seele sehen und sich sättigen wird! (Jesaja 53,12) Auch das ließ Ihn aushalten (Hebräer 12,2) und Gott durch Sein Opfer voll zufriedenzustellen! Anbetungswürdiger Herr Jesus Christus!

Wie Paulus kann ich da nur sagen: "O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!" - Römer 11,33


Mit diesem Paukenschlag endet das Alte Testament nur damit zu Beginn des Neuen Testaments eine noch größere und schönere Zeit beginnt: Die Erfüllung aller Prophezeiungen in Jesus Christus! Wie perfekt und ausgewogen ist die Bibel!



Das war jetzt ein bisschen mehr für den Kopf und weniger für das Herz. Falls dir das alles nicht so zugesagt hat, dann schau dir noch einmal die Verse 6, 10, 16 und 20 aus Kapitel 3 an. Die finde ich immer wieder anspornend, motivierend und tröstlich für mein Glaubensleben!


Für weitere und tiefergehende eigene Studien z.B. zum gemeindlichen Aspekt (habe ich extra ausgelassen) kann ich dir die folgenden Bücher mit den jeweiligen Schwerpunkten empfehlen, die mir zur Vorbereitung des Beitrages sehr geholfen haben. Hier findest du vieles ausführlicher (wieder). Gottes Segen dafür! Es lohnt sich bestimmt! =)


Überblick und Struktur:

- Gaebelein´s concise commentary on the whole bible / Arno C. Gaebelein

- Abriss und Gliederung der biblischen Bücher / Robert Lee

- Die kleinen Propheten / J. G. Bellett


Prophetie:

- Zechariah the Prophet and Malachi / E. Dennett


Anwendungen auf das Glaubensleben:

- Die Botschaft des Propheten Maleachi für die heutige Zeit / Walter A. Lickley

- Ich habe euch geliebt! spricht der Herr - Denkanstöße aus zwölf Propheten / André Cuendet

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