Lektionen zum Umgang mit den Stürmen des Lebens


Der Herr Jesus hatte gerade eine große Volksmenge von 5000 Männern mit ihren Frauen und Kindern gespeist und dabei ein beeindruckendes Wunder vollbracht. Da die vielen Menschen noch eine Weile bei Ihm blieben, schickte Er Seine Jünger schon einmal los, damit Sie mit dem Schiff an die andere Seite des See Genezareth übersetzen sollten. Mitten auf dem See begegnet ihnen ein großer Sturm.

Wir wollen aus dieser Begebenheit einige Lektionen lernen, wie wir mit den aufkommenden Stürmen in unserem Leben umgehen können. Wie geht es weiter bei Krankheit, Tod, Sorgen, Depression oder Arbeitslosigkeit? Wenn der Sturm unser Leben auf den Kopf stellt, brauchen wir die richtigen Hilfsmittel aus Gottes Wort.


Jetzt lies am besten einmal gründlich Matthäus 14,22-33, bevor Du Dir die einzelnen Lektionen genauer anschaust.


In den Lebensstürmen, denke daran: Du bist auf dem Weg an das andere Ufer. In der Anwendung dieses Bibelabschnittes auf unsere heutige Zeit und unsere Lebensumstände, dürfen wir uns daran erinnern, dass wir als Christen auch auf einer „Überfahrt“ sind. Mit dem Augenblick unserer Bekehrung hat diese „Überfahrt“ begonnen – wir folgen jetzt dem Herrn Jesus nach und erwarten das andere Ufer, wo der Herr Jesus ist.


Einerseits erwarten wir das sichere Ufer in der Hoffnung, dass uns der Herr Jesus versprochen hat wiederzukommen und uns zu sich zu nehmen (1. Thess 4,16). Auf der anderen Seite erreichen wir aber auch das sichere Ufer, wenn Gott eines Seiner Kinder durch den Tod zu sich nimmt, dann sind wir im Paradies, wo Er auch ist (Lk 16). In beiden Fällen sind wird dann am anderen Ufer, wo es kein Leid, keine Tränen und keine Lebenstürme mehr gibt!


Lebensstürme, Sorgen und große Not in unserem Leben bedeuten nicht automatisch, dass wir auf einem falschen Weg und dem Herrn Jesus ungehorsam sind. Die Jünger waren vom Herrn Jesus selbst genötigt worden, im Schiff an das andere Ufer des See Genezareth zu fahren – sie waren also im Gehorsam auf das Wort des Herrn Jesus losgefahren (V.22). Dabei wird auch gesagt, dass der „Wind“ ihnen entgegen war – das ist ein Hinweis darauf, dass der Satan selbst, „der Fürst der Gewalt der Luft“ (Eph 2,2), sich ihn entgegenstellte.


Auch in unserem Leben lässt Gott es manchmal zu, dass der Teufel sich uns entgegenstellt (siehe auch Hiob) – Satan ist einfach eine reale Macht, aber er ist bereits am Kreuz besiegt!


Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes oder Probleme in der Ehe und Familie bedeuten nicht, dass wir grundsätzlich auf einem falschen Weg sind. Vielleicht möchte der Herr unseren Glauben prüfen?!

In den Stürmen des Lebens – erinnere Dich an die Verheißungen Gottes. Jetzt waren die Jünger mitten auf dem See, die Wellen schlugen hoch in das Schiff, die Gesichter waren wohl von Angst erfüllt und kein Ausweg war in Sicht. Aber der Herr hatten Ihnen gesagt, dass sie an das jenseitige Ufer vorausfahren sollten. Er hatte Ihnen die sichere Ankunft schon verheißen. Sie würden ankommen.


Auch in den Sorgen und Stürmen des Lebens dürfen wir uns an die zahlreichen Verheißungen Gottes erinnern und diese für uns in Anspruch nehmen, denn Er ist treu und steht zu seinem Wort (V. 22). Erinnere Dich z.B. an Hebr 13,5.6; Mt 28,20; Hes 34,11; etc.


In den Stürmen des Lebens betet der Herr Jesus für Dich, Er verwendet sich für uns bei Gott. Nachdem Jesus die Volksmengen entlassen hatte, zieht Er sich allein auf den Berg zurück, um dort zu beten. Auch jetzt ist der Herr Jesus im Himmel und betet, Er verwendet sich in den Lebensstürmen für uns bei Gott (V.23 – vgl. auch Römer 8,34).

Als Hoherpriester im Himmel, hat der Herr Jesus auch Mitleid mit unseren Schwachheiten - Er sieht Dich, wenn Du krank und schwach bist, wenn Du mutlos und verzagt bist. Er selbst hat die Schwachheiten des Lebens erfahren als Er hier auf dieser Erde gelebt hat und möchte uns neuen Mut zusprechen (Hebr 4,15). Wenn Du Gott nicht sehen kannst – Er sieht Dich ganz gewiss! Die Jünger hatten gerade nur den Blick für ihr eigene Not – die hohen Wellen, die Gischt und die Angst um das eigene Leben. Den Herrn Jesus konnten sie nicht sehen, aber Er sah sie vom Land aus in den Wellen Not leiden (Mk 6,48).


In den Stürmen des Lebens ist unser Blick auf den Herrn Jesus manches Mal verschwommen oder wir sehen Ihn gar nicht mehr. Es kann auch sein, dass wir überhaupt keine Kraft mehr zum Beten und Bibellesen haben. Dann darf es uns ermutigen, dass Er uns keine Sekunde aus den Augen verliert.

Gott benutzt die Lebensstürme, um uns zu formen und zu prüfen, damit echter Glanz für Ihn hervorkommt. In Markus 6,48 wird berichtet, dass der Herr Jesus die Jünger beim Rudern Not leiden sah. Das griechische Wort („basanizo“) für „Not leiden“ bedeutet lt. Kautz: etw. testen bzw. prüfen (Metalle) durch Reiben am Prüfstein.


In den Stürmen des Lebens nimmt uns Gott in Seine Schule, um uns wie einen Diamanten zu schleifen und die wahre Schönheit für Gott hervorzubringen. Er nimmt Kanten und Ecken weg, damit Er selbst in uns gesehen wird. Spätestens, wenn unsere Not am Größten ist, kommt der Herr Jesus in unseren Lebenssturm – aber Er kommt immer rechtzeitig. Als die Sonne untergegangen war (V.23 „Abend“) hatten die Jünger sich auf Weg gemacht, um an die andere Seite des Sees überzusetzen. Dann bricht der Sturm über sie herein – der Kampf mit den Wellen und um ihr Leben dauert bis zur 4. Nachtwache. Das ist kurz bevor der Morgen beginnt und die Sonne wieder aufgeht. Solange müssen sie aushalten, dann greift der Herr persönlich ein und kommt auf dem See zu ihnen.

Manchmal wartet der Herr auch in unserem Leben, bis die Not am Größten ist, wir keinen Ausweg mehr sehen und wirklich erkennen, dass wir uns selbst nicht helfen können. Wir sind am Verzweifeln, spätestens dann kommt der Herr Jesus – aber auch manchmal früher. Auch in unserem Leben hilft Er spätestens rechtzeitig! (Vgl. auch Hebräer 4,16.) Manchmal sind unsere Ängste und Sorgen darin begründet, dass wir den Herrn Jesus nicht erkennen und nicht mit Ihm rechnen, wenn Er uns begegnen und nahe sein möchte. Der Herr kommt nun endlich auf dem See gehend zu ihnen. Als sie ihn sehen, erkennen sie Ihn nicht und fürchten sich, weil sie ein Gespenst zu sehen meinen (V. 26). Sie hatten nicht mit dieser Art der Hilfe gerechnet.


Auch wir sind oft in der gleichen Lage, dass wir gar nicht mit dem Eingreifen Gottes rechnen und uns fürchten, wenn der Herr Jesus uns helfen möchte, weil wir Ihn nicht erkennen. Doch der Herr bemüht sich um Seine Jünger und tröstet sie: „Seid guten Mutes!“ – Auch wir dürfen mit neuer Zuversicht erkennen, dass Er in den Lebensstürmen da ist und uns gerne helfen will. ER IST DA, deshalb darfst auch Du neuen Mut fassen und Deine Angst unterm Kreuz abladen.

Das Wasser, was in den Lebensstürmen droht über deinem Kopf zusammenzuschlagen, ist unter Seinen Füßen! Die Jünger hatten Angst in dem Wasser zu ertrinken, aber der Herr Jesus hat das Wasser unter Seiner Kontrolle. Er ist der Schöpfer, der das Wasser geschaffen hat, der alles geschaffen hat. Er ist der Allmächtige, der Ewige, Er ist Gott selbst, der Herr. Er hat alles unter Seiner Kontrolle und steht über allem (V.26). Er steht auch über unseren Lebensstürmen, sie bringen Ihn nicht auch in eine Not, sondern Er hat sie im Griff. Er ist der Triumphator über jede Not und jeden Sturm. Gott will in den Lebensstürmen den Wunsch in uns wecken, näher zu Ihm zukommen. Petrus antwortete dem Herrn Jesus auf Seinen Zuspruch hin: „Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf den Wassern.“ Wir erkennen darin den guten Wunsch von Petrus, durch den Sturm hindurch, näher zu dem Herrn Jesus zu kommen. Er wünscht nicht, dass der Herr die Wellen wegnimmt oder ihm die Fähigkeit gibt, auf den Wassern zu gehen. Er will nur zu Seinem Herrn! In Vers 29 sehen wir dann wie der Herr Jesus Petrus auffordert auf dem Wasser gehend zu ihm zu kommen – „Komm!“.

Er lädt Dich und mich ein, an Seinem Triumph teilzuhaben und die Stürme des Lebens unter unseren Füßen zu lassen und dadurch näher zu Ihm zu kommen. Und wenn Er uns einen Auftrag gibt, dann schenkt Er auch die Mittel und Fähigkeiten, um diesen Auftrag auszuführen. In den Lebensstürmen ist es nicht Dein starker Glaube, der Dich rettet und hindurchbringt, sondern Dein Herr – deshalb konzentriere Deinen Blick ganz auf Ihn! Der Glaube von Petrus, dem Wort des Herrn Jesus ganz zu Vertrauen, lässt ihn seine Angst und seine Zweifel überwinden. Er steigt aus dem Boot und setzt Schritt um Schritt auf das Wasser (V. 29-30).


Auch in den Lebensstürmen muss der Glaube immer wieder neu „gewagt“ werden, indem wir uns auf das Wort des Herrn Jesus ganz verlassen und die eigenen Überlegungen, Zweifel, Ängste und Gefühle überwinden und aus dem Schiff steigen.


So kommt Petrus immer näher zu dem Herrn - doch plötzlich verliert er den Herrn Jesus nur einen kurzen Moment aus dem Blick. Er sieht auf die starken Wellen, das tosende Meer und den Sturm und beginnt zu sinken.

Es geht uns doch oft genauso, wir haben einen Glaubensweg mutig mit dem Herrn Jesus begonnen, doch plötzlich sind unser Vertrauen, die Gewissheit und Sicherheit auf diesem Weg verschwunden. Oft ist es gerade der Teufel („Wind“, vgl. auch Eph 2,2), der uns schaden möchte, um uns im Glaubensvertrauen auf Gott zu Fall zu bringen. Dann sollten wir auch nur noch wie Petrus schreien: „Herr, rette mich!“ Und der Herr Jesus hilft uns so gern, wenn wir zu Ihm schreien. Wir können dann nie tiefer sinken als in Gottes Hand, die uns festhält. Ist es nicht sogar gut, dass wir im Glauben zu sinken beginnen, wenn wir vom Herrn wegblicken?

In den Stürmen des Lebens möchte uns Gott erkennen lassen, wer Er wirklich ist und Ihn dann anbeten! Nachdem Petrus die herzerforschende Frage des Herrn gehört hat: „Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“, steigen sie zurück in das Schiff. Der starke Sturm legt sich und die Jünger im Schiff sind von Erstaunen über den Herrn Jesus erfüllt. Einmal mehr ist klar geworden: Er ist der Schöpfer, der Macht über Seine Schöpfung hat – auch über den Sturm. Aber mehr noch, Er ist wirklich der Sohn Gottes, der sich ihnen gerade offenbart hat (V. 31-33).


Gottes Ziel mit uns ist es auch, dass wir Ihn erkennen und schließlich anbeten können, wenn wir von Seiner Herrlichkeit erfüllt worden sind und über Sein Handeln in unserem Leben gestaunt haben.


Christian Achenbach

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