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Reinigung und Sühnung – Wasser und Blut


30. Der Lanzenstich


Die Juden gehen zu Pilatus. Sie haben eine Bitte. Die Gekreuzigten sollen heruntergenommen werden. Bald würde die Nacht hereinbrechen. Der Sabbat würde beginnen. Und der „Tag jenes Sabbats war groß“ (Joh.19,31), denn zeitgleich fand das Passah mit dem anschließenden Fest der ungesäuerten Brote statt. Unmöglich konnten die Hingerichteten über Nacht am Kreuz hängen bleiben. Das Gesetz verlangte in 5.Mo.21,23 ihre Bestattung. Wie scheinheilig, wie heuchlerisch! Die Juden bemühen sich das Gesetz Gottes zu halten, während sie Seinen Sohn, das wahre Passah, an ein Kreuz genagelt haben. Was für eine Verblendung.


Nur habe sie ein Problem. Solange die Gekreuzigten noch leben, können sie nicht bestattet werden. Darum bitten die Juden Pilatus, dass ihre Beine zertrümmert werden. Wie grausam! Der Gekreuzigte hatte dann keine Möglichkeit mehr, seinen Oberkörper zu entlasten. Das ganze Körpergewicht hing nur noch an den ausgestreckten Armen. Sie würden bald ersticken.


Der Jünger Johannes ist der einzige der Evangelisten, der diese Szene in seinem Evangelium beschreibt (Jo.19,31-37). Er ist Augenzeuge, steht am Kreuz, als die Soldaten kommen, um ihr grausames Werk auszuführen (Vers 35). Auf brutale Weise brechen sie die Beine der beiden Mitgekreuzigten. Wie grausam ist der Mensch! Dann kommen sie zu Jesus. Er war schon gestorben. Ihm brauchen sie die Beine nicht brechen. Stattdessen nimmt einer der Soldaten sein Speer und sticht dem Heiland in die Seite. Blut und Wasser fließen heraus.


Blut und Wasser. Sie fließen getrennt voneinander aus der Wunde. Und das nicht als natürlicher Vorgang eines toten Körpers, denn der Körper des Herrn hat nichts mit Zerfall zu tun (Apg.2,27)! Es ist ein Wunder, ein Zeichen Gottes! Wie schön! „damit auch ihr glaubt“, schreibt Johannes in Vers 35 und wendet sich in dieser Szene plötzlich direkt an den Leser, direkt an mich. Als er einige Jahre später den ersten Johannesbrief schreibt, erklärt er, was er hier am Kreuz gesehen hat. „Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht durch das Wasser allein, sondern durch das Wasser und durch das Blut.“ (1.Joh.5,6). Mein Heiland ist durch den Tod gekommen. Zu mir, zu den Menschen! Nur durch den Tod hat Er mich wirklich erreicht. Nicht durch Sein Kommen auf die Erde. Nicht durch Sein Leben. Erst Sein Tod macht eine echte und tiefe Beziehung möglich. Wasser und Blut, Reinigung und Sühnung sind die Mittel dazu. „damit auch ihr glaubt.“ Er ist wirklich gestorben!


Johannes schreibt weiter. Er erklärt, dass sich durch diese Szene am Kreuz auch ein Bibelwort verwirklicht. „Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden.“ (Vers 36). So hatte Gott es für das Passahlamm in 2. Mose 12 angeordnet. Ihm durfte kein Bein gebrochen werden. Es sollte unversehrt gegessen werden. Gott wacht über den Körper Seines Sohnes. Er gestattet den Soldaten nicht, ihn durch das Zertrümmern der Beine zu schänden. „Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eins von ihnen wird zerbrochen.“ (Ps.34,21).

Johannes erwähnt einen weiteren Bibelvers aus dem Alten Testament. Diesmal lässt er die Bemerkung „damit die Schrift erfüllt würde“ weg, denn dieses prophetische Wort hat sich noch nicht erfüllt. „Sie werden den anschauen, den sie durchstochen haben.“ (Vers 37). Dieser Tag wird kommen. Der Tag, an dem die Juden erkennen, wie furchtbar das ist, was sie hier auf Golgatha mit ihrem König getan haben. Nach einer Zeit voller Gerichte und schwerer Leiden für sie, wird Jesus Christus wiederkommen. „jedes Auge wird ihn sehen, auch die ihn durchstochen haben“ (Off.1,7). Dann wird Er eine Begegnung mit seinem Volk haben. „sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben“ (Sach.12,10) Bewegend, wie Sacharja diese Zeit beschreibt. Sie werden wehklagen! Echte Buße wird in ihren Herzen sein. Wie wunderbar für den Heiland! Er hat so sehr gelitten. Nicht nur für Sein Volk, sondern auch wegen Seines Volkes. Ihre nicht enden wollende Ablehnung hat Ihn geschmerzt. Ihre Verblendung, ihre harten Herzen. Dann aber wird dieser Tag kommen, an dem ihnen klar wird, was sie getan haben. Der Tag, an dem sie Ihn erkennen, sich beugen und Buße tun. Ich sehe diese herrliche Szene aus 1. Mose 45 vor mir. Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. Er schickt alle anderen Personen aus dem Raum. Er kann sich nicht mehr bezwingen. „er erhob seine Stimme mit Weinen“ Wunderbar! Was für ein Augenblick für den Heiland!


So kommt Gott mit allen Glaubenden an Sein Ziel. Die Grundlage ist Golgatha. Reinigung und Sühnung – Wasser und Blut. Jede einzelne Errettung, aus allen Jahrtausenden der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen vergangener und zukünftiger Tage, ruht ausschließlich auf diesem Werk von Golgatha. Was für ein Werk! Was für ein Heiland! Was für ein Gott!


O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unergründlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen? Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“ (Röm.11,33-36)


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