Warum hast du mich verlassen?


„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns?“ (Ps.22,2)

Hinter dieser flehenden Frage steht eine schreckliche Wirklichkeit – der leidende Erlöser war tatsächlich, buchstäblich und völlig von Gott verlassen. Der ewige Sohn, der allezeit der Gegenstand der Freude seines Vaters war, wurde dort verlassen. Der vollkommene Mensch, der nie versagte, den Willen Gottes zu tun, erlebte die schreckliche Verlassenheit von Gott.

Die Frage ist: »Warum?« Warum sollte der heilige, sündlose Sohn Gottes in jenen drei Stunden der Finsternis den konzentrierten Schrecken der ewigen Hölle erleiden? Die Bibel gibt uns die Antwort. Als Erstes ist Gott heilig und gerecht, und das bedeutet: Er muss jede Sünde bestrafen, wo er sie findet. Die Sünde zu dulden oder zu übersehen, ist Gott unmöglich.

Das bringt uns zu dem zweiten Punkt: Obwohl der Herr Jesus selbst keine Sünden getan hatte, nahm er unsere Sünden auf sich. Freiwillig übernahm er die Verantwortung, die Strafe zu tragen für alle unsere Ungerechtigkeiten. Unsere Schuld wurde ihm zugerechnet, und er wurde der willige Bürge für alles.

Aber was kann Gott nun tun? Alle seine gerechten Eigenschaften forderten die Bestrafung der Sünde. Doch hier schaut er herab und sieht seinen eingeborenen Sohn, wie er zum Sündenbock für andere wird. Der Sohn seiner Liebe wurde unser Sündenträger.

Was wird Gott tun, wenn er unsere Sünden auf seinen geliebten Sohn gelegt findet? Er entfesselte absichtlich die ganze Heftigkeit seines rechtmäßigen Zorns über seinen geliebten Sohn. Der grausame Sturm des göttlichen Gerichts brach los über das unschuldige Opfer. Um unseretwillen wurde Christus von Gott verlassen, damit wir niemals verlassen zu werden brauchen. Wenn wir also von Christi tiefem, tiefem Leiden lesen, so sollte das stets in dem klaren Bewusstsein geschehen, dass er all das für uns ertragen hat. Wir sollten alle Aussagen mit den Worten unterlegen: FÜR MICH! Er wurde – FÜR MICH! – verlassen. Wenn ich seinen Schrei höre, dann weiß ich, dass das FÜR MICH geschah.

William MacDonald

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