• Sebastian Achenbach

Der Baum – ein Schattenspender


Dürresommer, Klimawandel, Hitzestress – Schlagworte, die unsere Nachrichten derzeit beherrschen, wenn es um den vor uns liegenden Sommer und die damit einhergehende Belastung für die Natur geht. Gerade die Bäume leiden unter der großen Dürre der letzten beiden Jahre und es scheint derzeit als würde eine weitere anhaltende Trockenperiode folgen. Während in den letzten beiden Jahren die Fichten massiv geschädigt und zum großen Teil durch Trockenheit und Borkenkäferbefall abgestorben sind, so folgen nun in diesem Jahr die Buchen.


Ich möchte an dieser Stelle aber keine Diskussion über Klimawandel und den von Menschen verursachten Schaden lostreten.


Wir wollen uns vielmehr mit einem charakteristischen Merkmal der Bäume, als Schattenspender, beschäftigen und sehen, ob uns die Bibel zu diesem Thema etwas sagt und welche geistliche Anwendung wir daraus für unser Leben machen können.


Ein großer Baum vor dem Haus, in dessen Schatten gegessen wurde, unter dem man seinen Feierabend verbrachte, das sind Bilder, die wir im Kopf haben und uns eine idyllische Vergangenheit unserer Großeltern suggerieren. In unseren Tagen ist der mächtige Baum Sonnenschirmen aus Stahl und Stoff, Markisen und ähnlichem gewichen. Das Verlangen nach Schatten aber, wenn die Sonne heiß vom Himmel scheint, ist ungebrochen.


Bereits zu frühen biblischen Zeiten haben sich die Menschen im Schatten eines Baumes niedergelassen, um der Sonne nicht ungeschützt ausgesetzt zu sein. Die Bibel berichtet uns ganz konkret von Abraham, wie er den Schatten eines Eichen ähnlichen Baums, einer Terebinthe, genutzt hat, um vor den Strahlen der Sonne, die Bibel nennt es die „Hitze des Tages“ geschützt zu sein.


[1. Mo. 18,1-8]

Und der HERR erschien ihm bei den Terebinthen Mamres; und er saß an dem Eingang des Zeltes bei der Hitze des Tages. Und er hob seine Augen auf und sah: Und siehe, drei Männer standen vor ihm; und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von dem Eingang des Zeltes und beugte sich nieder zur Erde; und er sprach: Herr, wenn ich denn Gnade gefunden habe in deinen Augen, so geh doch nicht an deinem Knecht vorüber! Es werde doch ein wenig Wasser geholt, und wascht eure Füße; und lagert euch unter dem Baum, und ich will einen Bissen Brot holen, und stärkt euer Herz; danach mögt ihr weitergehen; da ihr nun einmal vorbeigekommen seid bei eurem Knecht. Und sie sprachen: Tu so, wie du geredet hast. Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: Nimm schnell drei Maß Feinmehl, knete und mache Kuchen! Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knaben; und der beeilte sich, es zuzubereiten. Und er holte dicke und süße Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.


Es scheint also um die Mittagszeit gewesen zu sein, wenn die Sonne ihre ganze Kraft entfaltet, als Abraham den göttlichen Besuch empfangen hat und sie sich gemeinsam unter dem Baum niedergelassen haben, um zu Essen.


Wenn wir diesen Ausdruck „die Hitze des Tages“ im geistlichen Sinn anwenden, dann dürfen wir dabei an die Herausforderungen, die das tägliche Leben mit sich bringt, denken.


Herausforderungen, die uns mitunter einiges abverlangen.


Sei es im Beruf, in der Schule, im Studium oder Ausbildung. Sei es als Mutter im Umgang mit den Kindern zu Hause. Seien es die lieben Alten, wo die körperliche Kraft nachlässt und die Beschwerden des Alters zu schaffen machen. Oder seien es Krankheiten, psychische Belastungen, wirtschaftliche Schwierigkeiten oder geistliche Nöte. – Alles das dürfen wir mit der „Hitze des Tages“ in Verbindung bringen.


Allesamt Situationen, in denen wir uns befinden können und in denen wir uns Erleichterung wünschen.


Dabei dürfen wir an den Schatten denken, den ein Baum spendet.


Genau das ist es auch, was Gott in einer solchen Situation tut. Er nimmt die Schwierigkeiten nicht unbedingt weg. Es kann sein, dass, im übertragenen Sinn, die Hitze bleibt, aber er möchte uns Schatten spenden. Er möchte uns Erleichterung geben.

Du darfst wissen: Der Herr wird die Situation, die Prüfung oder Herausforderung so führen, dass wir sie ertragen können.


Er, unser Heiland und Retter, in dessen Augen du teuer und wertvoll bist, lässt nicht zu, dass die stechende Sonne der Erprobung unserer Seele einen Schaden zufügt.

Dazu will er uns seinen mildernden Schatten geben.

Das darf unsere Herzen trösten und mit Frieden erfüllen, angesichts mancher Schwierigkeiten, die uns auf unserem Weg begegnen und jeden von uns ganz individuell betreffen.


[Ps. 121,5-7]

Der HERR ist dein Hüter, der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand.

Nicht wird die Sonne dich stechen des Tages, noch der Mond des Nachts.

Der HERR wird dich behüten vor allem Bösen, er wird behüten deine Seele.

[1. Kor. 10,13]

Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt.


[Ps. 91,1]

Wer im Schirm des Höchsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allmächtigen.


Er wünscht sich von uns, dass wir uns in seinem Schatten, das meint, in seiner Nähe aufhalten und keine eigenen, eigenwilligen Wege einschlagen, sondern zu ihm Zuflucht nehmen in unserer Situation. Er freut sich, wenn wir uns vertrauensvoll im Gebet an ihn wenden und ihm unsere Sorgen und Not vorstellen. Er hat es gerne, wenn er uns im Gebet sieht, weil wir dadurch unsere Abhängigkeit von ihm zum Ausdruck bringen.


Schon König David hat das auf wunderbare Weise erlebt, als er sich noch vor Saul, dem ersten König über Israel, auf der Flucht befand. Die Situation schien aussichtslos und ohne erkennbaren Ausweg. Aber Gott, der allmächtige Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, der alles vermag und alles kann, er hatte einen Ausweg aus der Not.


[Ps. 57,2]

Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig! Denn zu dir nimmt Zuflucht meine Seele, und ich will Zuflucht nehmen zu dem Schatten deiner Flügel, bis vorübergezogen das Verderben.


Dieser Gott Davids ist auch unser Gott. Dein Gott, ganz persönlich!


Er ist heute derselbe wie gestern. Wie damals, so ist auch gerade jetzt imstande dir in der „Hitze des Tages“, in den Herausforderungen, die dir in deinem Leben begegnen, Erleichterung zu geben.


Du darfst dich in seinem Schatten aufhalten und fest damit rechnen, dass er die Situation erträglich machen und deine Seele vor Schaden behüten wird!

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