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Golgatha (16) - Der Herr nimmt den Essig


Mich dürstet!“ Bei dem Kreuz steht ein Gefäß mit Essig. Sie tauchen einen Schwamm in den Essig. Dann nehmen sie einen Ysop. Nicht nur, weil diese Pflanze häufig in Israel vorkommt, kannten die Juden diese gut. Sie kannten sie auch aus der Thora. Beim ersten Passah in Ägypten wurde das Blut des Lammes mit Ysop an die Türpfosten gestrichen. Später wurde Ysop benutzt um Blut auf den Aussätzigen zu sprengen und ihn als rein zu erklären oder er wurde benutzt um Blut auf den Unreinen zu sprengen (3.Mo.14, 4.Mo.19). Hier legen sie den in Essig getränkten Schwamm um den Ysop und reichen ihn Jesus.


In Seinem Leben hat der Heiland den Menschen mehrfach Wasser angeboten. Wasser für die Seele. Nur Johannes schreibt darüber in seinem Evangelium. In Kapitel 4 begegnet dem Herrn am sogenannten Jakobsbrunnen diese Frau aus Samaria. Sie war gekommen, um Wasser zu holen. Der Heiland sieht den wirklichen Durst dieser Frau. Seelendurst! Er bietet ihr echtes Lebenswasser an. Wer von diesem Wasser trinken würde, der würde nie wieder Durst haben. In Ewigkeit nicht! Zwei Kapitel weiter sagt der Herr den Juden, dass die, die an Ihn glauben würden, nie wieder Durst haben würden. Wieder ein Kapitel weiter sagt Er: „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.“ In Offenbarung 22 wird dieses Wasser „Wasser des Lebens“ genannt. Das ist es, was der Heiland für die durstige Seele hatte! Echtes Lebenswasser.


Und was haben die Menschen für Ihn? Hier am Kreuz, als Er Durst hat? Essig! Nichts als Essig! „In meinem Durst gaben sie mir Essig zu trinken“, sagt Er in Psalm 69. Wie erbarmungslos behandeln sie den durch die Marter so geschundenen Heiland. Kein frisches Wasser – nein, sauren Essig. Und der Herr? Er nimmt in Seiner einzigartigen Weise diesen Essig und trinkt davon. Unangenehm, schmerzhaft brennend muss das im völlig ausgetrocknetem und rissigen Mund des Herrn gewesen sein. „meine Zunge klebt an meinem Gaumen“.


Einzigartiger Heiland! Du hast gelitten, damit ich von dem Wasser des Lebens trinken konnte. Ich habe nichts zu bieten – und doch soll mein Leben eine Widmung an Dich sein!


Herr, Jesus, ach, wie viel Beschwerde,
Entsagung, Widerstand und Leid
hat Dir gebracht auf dieser Erde
der Weg der Unterwürfigkeit!
[…]

[…]
Nun preisen unsre Liederklänge
die Widmung, die kein Mensch erfasst;
Dir schallen ewig Lobgesänge,
weil Du Dich hingegeben hast!

Text: Pierre Diedrichs | Übersetzung: Gundolf Lüling

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