Menschliche Meinungen in der Gemeinde - Laodizea (2)


„Und dem Engel der Versammlung in Laodizea schreibe: Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:“ (Offenbarung 3,14)


Die antike Stadt Laodizea in der Region Asia, war eine sehr reiche Stadt. Nachdem die Stadt im 1. Jahrhundert n. Chr. zweimal durch Erdbeben schwer verwüstet wurde und wieder aufgebaut werden musste, lehnte die Stadt fremde Hilfe durch Kaiser Tiberius und Kaiser Nero ab, um den Wiederaufbau aus eigener Kraft und eigenen Mitteln stemmen zu können (vgl. Off 3,17).


Die Stadt musste aus Mangel an eigenen Frischwasserquellen durch zwei Aquädukte mit Wasser versorgt werden. So kam das Wasser der heißen Quellen von Hierapolis in Laodicea an, war aber nicht mehr warm oder heiß, sondern ekelhaft lau geworden (vgl. Off 3,15.16). Genauso hatte sich auch das kalte Wasser erwärmt und war nun auch lauwarm - zum Ausspucken.


Laodizea war unter anderem auch durch seine Augenheilkunde zur Berühmtheit gelangt. Durch die besondere Zusammensetzung des vorhandenen Thermalwassers konnte eine einzigartige Augensalbe hergestellt werden (vgl. Off 3,18). Zudem existierte vor Ort eine großartige Bekleidungsindustrie, die durch ihre schwarzen Wollgewänder bekannt geworden war. Später wurde die Stadt sogar zur Purpurstofffabrik des römischen Reiches, weil mal durch eine spezielle Methode Stoffe purpurfarben einfärben konnte (vgl. Off 3,18).


Nicht zuletzt war die Stadt am Lykos für das Bankwesen und den Handel bekannt. So wurden an Pilger goldene Figuren verkauft, die diese wiederum im benachbarten Hierapolis als Opfer brachten, um durch das Wasser der Thermalquellen zu genesen (vgl. Off 3,16-18).


Der Name der Stadt „Laodizea“ bedeutet soviel wie „Volksherrschaft“ oder „Recht des Volkes“. Es setzt sich im Griechischen aus den beiden Begriffen „laos“ („Volk“, woher auch das Wort „Laie“ kommt) und „dike“ („Rechtsspruch“, „Recht“ oder „Gerechtigkeit“) zusammen. Man hat es auch mit „Meinungen der Menschen“ oder „Auffassungen von Menschen“ übersetzt (vgl. W. Nee).


Genau darum geht es in der Anwendung dieses Sendschreibens auf die Gemeinde in unserer Zeit: Die Gemeinde in Laodizea gab vor alles zu besitzen, geistlich reich zu sein, nichts mehr zu benötigen und machte sich selbst in ihrem Rühmen groß. Anstatt, dass es in Laodizea wirklich um den Herrn Jesus und Seine Rechte und Ansprüche in der Gemeinde ging, war das Problem, dass es im Grunde nur um das „Recht des Volkes“ und Meinungen von Menschen ging.


Ist das nicht auch ein Problem unserer Zeit, dass die Menschen oder eine Mehrheit bestimmt, was in der Gemeinde gedacht und gemacht werden soll. Wer die lautesten, intelligentesten oder emotionalsten Argumente vorbringen kann, gibt die Richtung vor. Wo bleiben da die Rechte Jesu in der Gemeinde, um den wir uns doch eigentlich versammeln wollten (Mt 18,20)? Demokratie und Mehrheitsabstimmungen sind keine Prinzipien der neutestamentlichen Gemeinde.


Haben wir nicht auch schon oft durch menschliche Meinungen und Auffassungen das Wort Gottes beiseitegesetzt, indem wir der Bibel Regeln oder Vorschriften hinzugefügt (Kleidervorschriften, die über die Bibel hinaus gehen, Sitzordnung, diverse Sonderlehren, Wahlen zur Besetzung von Ämtern, usw.) oder andere Dinge weggenommen (Einführung des Frauendienstes, Neubewertung der Stellung von Mann und Frau, usw.) haben? Man könnte jetzt unzählige Beispiele mehr nennen, um die Gemeinden zu entlarven, die Merkmale Laodizeas tragen.


Ich möchte Dich einfach einladen, Dich selbst und den Zustand der Gemeinde, die Du besuchst, vor Gott im Gebet anhand der Bibel zu prüfen und das wegzutun, was den Charakter von Laodizea trägt. Wo bist Du von der Bibel abgewichen und musst wieder zurück zum Wort allein?


Fortsetzung folgt


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