Müssen Christen gesund sein?
- Christian Achenbach

- vor 2 Stunden
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„Doch er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen.“ (Jesaja 53,4a)
Es gibt Christen, die behaupten, dass man als Christ nicht mehr krank werden müsse, weil Jesus bereits alle unsere Krankheiten getragen habe. Andere meinen zu wissen, welche Krankheiten die Folgen einer bestimmten Sünde seien.
Was sagt die Bibel dazu? Der oben genannte Vers bezieht sich auf den Messias (denn um Ihn geht es in Jesaja 53). Wenn dort steht, dass Er „unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen … auf sich geladen“ hat, dann ist das ein prophetischer Vorausblick auf die Zeit, wenn der sogenannte Überrest aus Juda nach der Entrückung der Gemeinde zum Glauben kommen wird. Jesus Christus wird als Messias erscheinen und sie werden erkennen, dass Er derjenige ist, den sie (und auch wir) vor mehr als 2000 Jahren abgelehnt haben. Dann werden sie an Ihn glauben.
Doch als Er während Seines Lebens unter den Menschen diente, trug Er die Leiden und Schmerzen der Menschen. Jesus hat sich völlig mit denen identifiziert, die von Krankheiten gezeichnet waren. Er hat geheilt, wiederhergestellt, getröstet (Lk 7,13), geweint (Joh 11,35) und geholfen.
Während Seines Lebens hat Er nicht die Sünden der Menschen auf sich genommen, sondern vielmehr die schrecklichen Folgen, die die Sünde im Leben der Menschen hervorbrachte. Das macht auch das Neue Testament in Matthäus 8,16–17 klar, wo Jesaja 53,4 zitiert wird. Er war oft innerlich bewegt, wenn Er mit den Konsequenzen der Sünde konfrontiert war – das ließ Ihn niemals kalt.
Als der Herr Jesus schließlich am Kreuz starb, wurde Er zum Sündenträger – Jesus, „der selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat.“ (1. Petr 2,24a)
Die Bibel lehrt an keiner Stelle, dass Christen immun gegen Krankheit seien oder dass Krankheit zwingend eine Folge von Unglauben sei. Im Gegenteil: Gerade die Paulusbriefe berichten von treuen Mitarbeitern, die krank wurden (Phil 2,25ff; 1. Tim 5,23; 2. Tim 4,20) – ohne jeden Hinweis auf einen Zusammenhang mit Sünde.
Wir sollten Krankheit nicht vorschnell deuten, sondern Gottes Nähe gerade im Leid suchen.




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