• Sebastian Achenbach

Die Eidechse – Gottes Ansprache an uns Menschen



Vor einigen Tagen, es war ein sonniger und warmer Frühjahrsmorgen, war ich mit einem Teil meiner Kinder unterwegs, um unsere Ziegen auf eine andere Weide zu treiben. Die bisherige Weidefläche bot aufgrund der anhaltenden Trockenheit und ihrer Lage nicht mehr ausreichend Nahrung. Der Untergrund dort ist relativ steinig und wärmt sich mit seiner Süd-West Ausrichtung im Frühjahr sehr schnell auf.


Als wir so unterwegs waren, um den Weidezaun abzubauen, sahen wir plötzlich eine wunderschöne Eidechse vor uns her über den Boden huschen. Mein Sohn hat sie leider einen Augenblick zu spät bemerkt und ohne es zu wollen war er ihr auf den letzten Teil ihres Schwanzes getreten.


Die Eidechse blieb nach einem kurzen Stück eiliger Flucht sitzen, sodass wir sie genau betrachten konnten. Der Schwanz war eigentlich unverletzt, aber man konnte erkennen, dass sich eine umlaufende Wunde gebildet hatte. Bei genauerem Hinsehen war erkennbar, dass die Eidechse in ihrer Panik und um die Flucht ergreifen zu können, einen Teil ihres Schwanzes abgeworfen hatte.

Eine Verhaltensweise und anatomische Besonderheit, die Gott diesen kleinen Geschöpfen als lebensrettende Maßnahme gegeben hat.


Das ließ mich daran denken, was Gott in der Bibel über die Eidechsen sagt:


[Spr. 30,28]

…die Eidechse kannst du mit Händen fangen, und doch ist sie in den Palästen der Könige.


Die Bibel beschreibt die Eidechse als ein wehrloses, jeder Gefahr schutzlos ausgeliefertes Tier.

Wenn wir hierin eine Anwendung auf uns Christen machen wollen, dann dürfen wir uns mit den Eidechsen vergleichen.


Sind wir nicht auch in gewisser Hinsicht wehrlos? Bewusst wehrlos? Ist es nicht das, was Gott uns in seinem Wort vorstellt, wenn er sagt, dass unser Kampf ein geistlicher Kampf und kein materieller Kampf ist.


[Eph. 6,12]

Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern.


Oder, wenn es um das Vorbild Jesu geht, der sich trotz aller falscher und unberechtigter Vorwürfe und Misshandlungen nicht zur Wehr gesetzt hat.


[1. Pet. 2,23]

…der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, …


Für einen Christen geht es nicht darum „dagegen zu halten“ und Stärke zu demonstrieren. Es geht darum die Gesinnung des Herrn in unserem Leben zu zeigen. Die Gesinnung der Demut und der Selbstverleugnung.


[Phil. 2,5-8]

Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, der, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.


Weil er selbst dieses perfekte Vorbild gegeben hat, kann er berechtigt auch von seinen Jüngern fordern:


[Lk. 6,29]

Dem, der dich auf den Backen schlägt, biete auch den anderen dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, wehre auch den Leibrock nicht.

Besonders schön zu sehen ist auch, dass die Wehrlosigkeit der Eidechse sie nicht davon abhält an den bevorzugtesten Orten zu sein. Sie hält sich trotz aller Nachstellung und den Versuchen sie zu fangen in den Räumen der Könige auf.


Ist das nicht im übertragenen Sinn bei uns ähnlich?


Wir dürfen Menschen sein, die als Himmelsbürger ihren Weg gehen, die mit dem Herrn der Herren und dem König der Könige in Verbindung stehen. Wir dürfen, obwohl wir noch mit beiden Beinen auf dieser Erde stehen und leben, dennoch wissen, dass unsere eigentliche Berufung droben ist, wo der Christus ist. Wir dürfen uns jetzt schon im Geist in den himmlischen Örtern aufhalten und die himmlischen Segnungen genießen.


[Eph. 1,3]

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus, …


[Heb. 3,1]

Daher, heilige Brüder, Gefährten der himmlischen Berufung, …


Ist das nicht wunderbar?


Hast du schon einmal über den Reichtum und die Vielfalt der Segnungen nachgedacht, die wir jetzt schon auf der Erde genießen dürfen. Wie bevorrechtigt sind wir doch!


Was bedeuten dir diese Segnungen?

Und noch etwas: Freust du dich darauf bald am Ziel zu sein? An dem eigentlichen Bestimmungsort eines Christen. In deinem ewigen Zuhause.


Freust du dich dort zu sein, wohin uns der Herr Jesus vorangegangen ist, um ihn dann in seiner ganzen Schönheit und Herrlichkeit zu sehen?

Was wird das sein, wenn wir ihn zum allerersten Mal sehen?

Ich bin überzeugt: Wir werden überwältigt sein und ihn voller Staunen und Bewunderung anbeten.


Es wird aber auch der Moment sein, wo wir noch einmal und deutlicher als wir es auf der Erde je verstehen werden, erkennen, wie viel der HERR für dich und für mich gelitten hat, als er am Kreuz hing und das göttliche Strafgericht über die Sünde ertragen hat.

Das wird uns so richtig deutlich, wenn wir dann seine Hände und Füße sehen, die in Ewigkeit die Wunden der Nägel tragen.

Ich möchte aber nochmal kurz auf die verletzte Eidechse zurückkommen.


Diese hatte Glück, dass Gott ihr, durch das Abwerfen ihres Schwanzes, diese Fluchtmöglichkeit geschenkt hat. Denn bei ihr ist es in der Tat so: das Heil liegt in der Flucht. Alles andere wäre Selbstmord.


Wie ist das aber bei uns Glaubenden?


Wir haben nicht diese „Notfunktion“. Das bedeutet, wir müssen mit aller Konsequenz bei drohender Gefahr die Flucht ergreifen. Hier bleibt keine Zeit zu überlegen. Hier gilt es entschlossen zu handeln.


Die Bibel spricht an verschiedenen Stellen vom unverzüglichen „Fliehen“ (1. Kor. 6, 18 + 10, 14; 2. Thim. 2, 22)


Denken wir dabei an Joseph, als ihn die Frau des Potiphar zur Sünde verführen wollte. Er hat die einzig richtige Reaktion gezeigt. Eiligste Flucht vor dem direkten Angriff des Teufels, der ihn durch sein natürliches Fleisch zur Sünde verleiten wollte.


[1. Mo. 39,6-13]

Und Joseph war schön von Gestalt und schön von Angesicht.

Und es geschah nach diesen Dingen, da warf die Frau seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sprach: Liege bei mir! Er aber weigerte sich … Und es geschah, als sie Joseph Tag für Tag ansprach und er nicht auf sie hörte, bei ihr zu liegen, bei ihr zu sein, da geschah es an einem solchen Tag, dass er ins Haus ging, um sein Geschäft zu besorgen, und kein Mensch von den Leuten des Hauses war dort im Haus. Und sie ergriff ihn bei seinem Kleid und sprach: Liege bei mir! Er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand und floh und lief hinaus.


Das sollten wir uns gut zu Herzen nehmen. Möglicherweise haben wir keine zweite Chance zur Flucht, so wie die Eidechsen. Und wenn, so ist es allein Gottes Gnade, die sie uns schenkt.


Wir sollten uns aber niemals darauf verlassen, niemals mit der Gefahr spielen.


Auch hier gibt uns Gott in seinem Wort eindeutige Hinweise. Denken wir an Simson. Er hat immer neu mit der Gefahr gespielt und musste letztlich die Folgen davon in seinem Leben tragen. Sein Ende war erbärmlich, wenn wir ihn gefesselt und mit ausgestochenen Augen sehen.


[Ri. 16,21]

Und die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus; und sie führten ihn nach Gaza hinab und banden ihn mit kupfernen Fesseln, und er musste mahlen im Gefängnis.


Übertragen war ihm, durch seine Sünde, dadurch dass er nicht die Flucht ergriffen hatte, das geistliche Sehvermögen abhanden gekommen.

Wie schlimm, wenn das passiert. Dann haben wir keinen Blick mehr für den Segen Gottes, dafür, dass wir eigentliche eine himmlische Berufung haben und werden in letzter Konsequenz unbrauchbar für Gott in unserem Leben.

Deshalb mein Appell an uns alle: Lasst uns schleunigst die Flucht ergreifen, wenn der Teufel die Hand nach uns ausstreckt, um uns durch Sünde zu Fall zu bringen. Es geht um unser Leben; - unser geistliches Leben!


Und, lasst uns solche sein, die ihrer göttlichen Berufung gemäß leben und sich, trotz einem Leben auf der Erde, im Geist schon im Himmel aufhalten.


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