Einsamkeit - ein Gedicht


Manchmal Herr führst Du mich in die Einsamkeit,

denn Du weißt ich brauch mal wieder Extrazeit,

keinen Menschen mehr zu kennen,

mich von allem, jedem so zu trennen,

Dich nur Hilfe, Ruhe nennen,

und mal wieder neu beginnen.


Kann ich mich drauf einlassen, es begrüßen,

dann sitz ich, mein Herr, zu Deinen Füßen.

Nichts stört, nichts lärmt, die Ruh bei Dir,

bringt Kraft, Erfrischung, Halt und Leitung mir.

Dann führst Du mich, Herr in der Einsamkeit,

zur Zweisamkeit mit deiner Gottes-Dreisamkeit.


Doch meist, Du weißt´s am besten, Herr,

da wird die Einsamkeit mir so unglaublich schwer.

Wie eine nasse Decke, wie ein Nebel so dicht,

raubt sie die Wärme mir, nimmt jedes Licht;

beunruhigt, bedrückt, belastet, betäubt, bringt Schmerz,

mein Gewissen, Geist, Glauben, Gefühl und meinem Herz.


Den Blick nur hingerichtet auf mein Denken und Empfinden,

kann der Teufel, die Sünde direkt in meiner Lage anbinden,

die Kraft ist weg, ich will mich nur noch selbst bemitleiden,

und kann meinen Blick nicht über mich selbst hin weiten.

Dann wirke ich selbst in meiner Einsamkeit,

nur hin zu Angst, Sorge, Neid und Bitterkeit.


Bin ich am Ende mit mir und meiner Kraft dann irgendwann,

kannst Du, Herr, endlich wieder treten an mein Herz heran.

Erweichst mich, brichst mich, überführst und reinigst mich,

lenkst Du mein Denken und Fühlen weg von mir auf Dich.

Dann darf ich neu über Dich sinnen und Deinen Weg verstehen,

wie ich Dein Leben in meinem Herzen noch niemals hab gesehen.


Wer war allein, war einsam, verworfen, verlassen, Herr wie Du?

Kein Mensch verstand Dich wirklich, litt mit, hörte Deinem Herzen zu!

Vorm Kreuz haben alle Unterstützer und Freunde Dich verlassen,

sahen Dich nicht, blickten nur auf den Hass, die Feinde, die Massen.

Doch eins, das musstest Du ertragen, was ich von mir deshalb niemals muss sagen,

Du der Gerechte, von Gott verlassen, in Einsamkeit, Dunkelheit und Sündentragen.


Mein Herr, das Eine wünsche ich mir, dass ich stets ankomm dort am Kreuz bei Dir.

Bewirke Du o Herr in meiner Einsamkeit, wie gestern, so auch jetzt und allezeit,

dass sie mir dient zu meiner Seligkeit und hinführt zum Preis Deiner Herrlichkeit.

Preis Dir, dem Einsamen, Verlassenen für die Sünder!

Anbetung stimm Du an inmitten aller Gotteskinder!

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