Lass die Selbstgerechtigkeit!


“Ephraim sagt: Was sollen mir weiter die Götzen?” - Hosea 14,9


Ephraim, hattest du bisher viel mit Götzen zu tun? “Ja”, sagt er mit Tränen in den Augen, “das hatte ich.” Heuchler meinen weniger, als ihre Worte sagen, aber bei wahrhaft Bußfertigen ist es umgekehrt.


Vielleicht beten einige von euch auch irgendwelche Götzen an. Wir wollen in den Tempel eures Herzens gehen und sehen, ob wir dort einen falschen Gott entdecken können. Ich sehe da ein riesiges Götzenbild: es ist vergoldet und mit glänzenden Gewändern bekleidet. Seine Augen scheinen Edelsteine zu sein, und seine Stirn ist mit Saphiren geschmückt. Aber wenn man einen Blick in das Innere des hohlen Schaugepränges wirft, wird man darin alle Arten von Schmutz und Fäulnis finden, obwohl die Außenseite des Abgottes so geschickt geschmückt ist, dass man sich in ihn verlieben könnte. Sein Name ist Selbstgerechtigkeit.


Ich gedenke der Zeit, in der ich dieses Bild anzubeten pflegte, bis ich eines Morgens feststellte, dass meinem Abgott der Kopf abgeschlagen war, dass er seine Hände verloren hatte und vom Wurm zerfressen war. Mein Gott, den ich verehrt und dem ich vertraut hatte, zeigte sich nun als eine Haufen Dung und Dreck.


Leider gibt es viele, die eine solche Offenbarung nie erlebt haben. Ihr Götzenbild ist noch in einem vortrefflichen Zustand. Um Weinachten gerät es ein wenig in Unordnung und sie fühlen, dass sie sich nicht so betrugen, wie sie sollten, als die Flasche so frei herumging. Aber sie haben dann den Goldschmied herbeigerufen, das Götzenbild neu mit Gold zu überziehen. Gingen sie nicht am Weihnachtsmorgen in die Kirche und brachten alles wieder zurecht? Haben sie nicht besondere Gebete hergesagt und etwas mehr Almosen gegeben? Sie haben ihren Gott neu poliert und er sieht wieder recht respektabel aus.


Erst wenn das Evangelium Jesu Christi in die Seele eindringt, beginnt dieser wundervolle Abgott sich zu beugen, und wie Dagon, der vor der Lade des Herrn zerbrochen wurde, wird die Selbstgerechtigkeit zertrümmert.


Oh, dass jeder Verehrer dieses Gottes dahin gebracht würde zu sagen: “Was sollen mir weiter die Götzen?”


Aus “Auf Dein Wort” von C.H. Spurgeon


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