Statusmeldung


Es ist Nacht, über dem ganzen Garten liegt ein dunkler Schleier, kaum ein Geräusch ist zu hören. Doch dann: Plötzlich tanzen viele Lichter durch die Nacht und kommen näher. Das Geräusch von Schritten wird deutlicher, eine große Menschenmenge, mindestens 600 Mann, kommen auf eine kleine Gruppe von zwölf Männern zu. Sie halten Fackeln, Schwerter und Stöcke in der Hand, sind auf der Jagd, auf der Suche. Sie suchen Jesus, den Nazaräer, um Ihn gefangen zu nehmen.

Angeführt wird die Gruppe von einem Mann, der Jesus Christus wohl vertraut ist: Es ist Judas, einer der Zwölf, die mit dem Herrn Jesus dreieinhalb Jahre durch Israel gezogen sind, Wunder getan, gepredigt, von Ihm gelernt haben. Aber so ganz anders ist jetzt sein Auftreten, sein Ziel und seine Begleitung!


Die zwei Gruppen stehen voreinander, Judas tritt hervor und kommt auf Jesus zu, um Ihn zu küssen. Das hatte er als Zeichen ausgemacht, um den Übrigen zu zeigen, wen sie festnehmen sollen. Er nennt Ihn wie so oft in der Vergangenheit Rabbi (=Lehrer) und küsst Ihn vielmals, sehr bzw. zärtlich. Was für eine Geste! Wie zweckentfremdet! Wie heuchlerisch und menschenverachtend!


Mitten in die Situation spricht Jesus zu ihm: "Freund, wozu bist du gekommen!" (Matthäus 26,50) Er muss ihn nicht fragen, weil Er "alles wusste, was über ihn kommen würde." (Johannes 18,4) und den Verrat sowie das Ende des Verräters Judas vorher angekündigt hatte. (siehe Markus 14,18-21; Lukas 22,21-23; Johannes 13,21-30) Doch wie sehr lässt diese Aussage den Schmerz des Herrn über Judas' Verrat erkennen, (vergleiche Psalm 55,13 ff. + Psalm 41,10) wie sehr sein letztes Ringen um Judas' Herz, wohlwissend, dass der Satan schon zuvor in ihn gefahren war. (siehe Johannes 13,27)


Judas war kein echter Jünger, war nur ein Mitläufer, den die Gier und Hoffnung auf mehr Geld und eine gewisse Machtstellung anspornte, Jesus zu folgen. Auch er konnte, vom Herrn befähigt, Wunder tun, hatte alles gehört und erlebt, was Jesus Christus tat. Auch, was Er über Seinen Weg zum Kreuz vorausgesagt hatte. - Doch alles scheint ihn nicht wirklich gepackt und berührt zu haben. Sein Ende ist schrecklich, er begeht Selbstmord und der Ort seines Todes wird zu einem Sprichwort. (siehe Matthäus 27,5 + Apostelgeschichte 1,16 ff.)

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Bist du vielleicht so ein Judas? Bist immer dabei gewesen, hast die Gemeinschaft der Christen genossen, mitgesungen, mitgebetet, Predigten gehört... etwa selbst gepredigt und gebetet? Aber... dein Herz ist kalt geblieben für Christus, Ihm folgen ist nichts für dich, Predigten und Gemeinschaft unter Christen nur ein gewisses religiöses Empfinden. Wie ist dein Status, dein Zustand? Freund, wozu bist du gekommen?

Bekenne dem Herrn doch heute deine Sünden, kehre um zu Ihm, fang eine echte Beziehung zu Ihm an und nimm Seinen Tod als stellvertretend für dich an!


Aber auch für mich und dich, die wir durch Gottes Gnade und Werk an den Herrn Jesus glauben, gilt die Aussage des Herrn: "Freund, wozu bist du gekommen!". Sie richtet zugleich eine Frage an mein und dein Herz! - Wie ist mein wahrer Zustand, welchen Status haben wir in Beziehung zu unserem Herrn? Sind wir vielleicht in einen Zustand gekommen, langsam, schleichend, so nebenbei oder auch ganz plötzlich, in dem wir den Herrn verraten? Wie weh tut es Ihm, der doch alles für uns gegeben hat und dem wir aus Liebe freiwillig nachfolgen sollen!


Möglicherweise sind wir in einen moralischen Zustand geraten, wo wir die echte Herrschaft Christi über unser Leben verleugnen. Oder wir haben keine Glaubenskraft, um Ihn vor den Menschen zu bekennen, verleugnen sogar unser Christsein. Vielleicht habe ich mich auch in Gedanken so weit von Gottes Wort gelöst, dass ich gar nicht mehr richtig weiß, wer er eigentlich ist und was Seine Nachfolge bedeutet. Wie steht es um mich und dich?


Der Herr schenke uns, dass sein Wort tief eindringt und seiner Funktion neu nachkommt:

"Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben." - Hebräer 4,12f.


Er fordert nicht nur eine Statusmeldung von uns, sondern hofft auf ein Bekennen und Zurechtkommen! Wie bei Judas weiß Er ja im Voraus schon alles, was wir tun und sagen, in welchen Zustand wir geraten. Doch das Ziel des Herrn ist es immer, uns weiterzuführen, uns wieder neu zu segnen. Wenn wir uns vor Ihm beugen und demütigen, persönlich oder auch als Gemeinschaft, dann wartet Er genau darauf und wir können voller Zuversicht dieses Wort für uns in Anspruch nehmen: "Von diesem Tag an will ich segnen." - Haggai 2,19b


Es geht Ihm um unser Herz (Sprüche 23,26), Er hat Gefallen an der Wahrheit im Innern (Psalm 51,8 ff.), Er will Gehorsam und nicht nur Schlachtopfer (1. Samuel 15,22). Lass uns echt und wahrhaftig sein, unsere Wege überdenken, unsere Herzen ausrichten und dann, aber auch nur dann, zum Heiligtum "hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und so gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser." Hebräer 10,22


Der Herr segne dich!


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