Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!


“Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Sie verteilten aber seine Kleider unter sich und warfen Lose darüber.” (Lukas 23.34)


Gerade erst hatten die römischen Soldaten Jesus qualvoll an ein Kreuz genagelt. Welche Schmerzen muss Er dabei empfunden haben? Um das Kreuz herum hatten sich die Volksmengen eingefunden, die nichts weiter als Spott und Verachtung für den Herrn Jesus Christus übrig hatten.


Bis zu diesem Augenblick hatte der Heiland geschwiegen. Er hatte sich nicht gewehrt, kein Wort der Selbstverteidigung vorgebracht oder auf Sein eigenes Recht gepocht. Doch jetzt öffnet sich Sein Mund!


Was wird Jesus sagen? Wir könnten es gut verstehen, wenn Er zu Gott beten würde, um ein sofortiges Gericht über Seine Feinde zu fordern. Auch ein Gebet um Erleichterung Seiner Leiden wäre nur allzu gut nachvollziehbar. Doch nichts von dem geschieht.


Aus dem Mund Jesu kommen Worte der Vergebung, Worte der Gnade. Er bittet den Vater um Vergebung, weil die, die Ihn ans Kreuz gebracht hatten, nicht wussten, was sie taten. Das ist göttlich, unvorstellbar. Der Herr Jesus praktiziert das, was Er in Seinem Leben gelehrt hatte: “Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, […]” (Mt 5,44)


Das, was die Feinde Jesu mit dem “Herrn der Herrlichkeit” (1.Kor. 2,8) anstellten, war Mord. Nichts anderes. Im Grunde genommen wussten die Feinde Jesu sehr genau, was sie taten. Doch wussten sie nicht wirklich, wer Er war und welches Werk Er vollbringen würde.


Durch das Gebet Jesu um Vergebung, versetzte Er das Volk der Juden als auch die Römer in den Status von Totschlägern. Für einen Mörder gab es im mosaischen Gesetz keine Gnade (2.Mo 21,12). Der Mörder musste sterben. Doch für den Totschläger gab es die sogenannten Zufluchtsstädte, die ihm Schutz vor dem “Bluträcher” boten (4.Mo 35).


Ist die Gnade des Herrn Jesus nicht unfassbar groß? Gerade diesen Menschen wurde nach Pfingsten in Jerusalem das Evangelium verkündigt und unzählige von ihnen kamen zum Glauben.


Bete für Deine Feinde, für die, die Dein Schlechtes suchen. Nimm den Herrn Jesus darin zum Vorbild. (1.Pet 2,21)


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