• Sebastian Achenbach

Wie Gott sich dem Menschen vorstellt (1)


Wenn du deine Bibel in 2. Mose 3 aufschlägst, findest du die Begebenheit erzählt, wie Gott Mose den Auftrag gab, das Volk der Israeliten aus Ägypten zu befreien. Sie hatten sich dort zu Lebzeiten Josephs niedergelassen und bewohnten den Landstrich Gosen. Ein wunderschöner und fruchtbarer Teil des Landes Ägypten. Diesen hatten sie als Beweis der Dankbarkeit des Pharaos von Ägypten erhalten, dafür, dass Joseph sich als Krisenmanager bewährt hatte. Leider war der zu dieser Zeit regierende Pharao gestorben und auch Joseph war nach seinem Tod bald in Vergessenheit geraten.

Der neue Pharao über Ägypten hatte keinen Bezug mehr zu den Israeliten. Er fühlte sich nicht mit ihnen verbunden und hatte sogar Angst vor ihnen, weil sie sehr zahlreich geworden waren. Daher hatte er begonnen ihnen das Leben schwer zu machen. Er ließ sie als Sklaven hart arbeiten und wollte ihre Kinder durch Ertrinken töten, um zu verhindern, dass das Volk weiter wuchs.


In dieser schwierigen Zeit wurde Mose geboren, auf einzigartige von Gott Weise bewahrt und am Königshof in allem ausgebildet, was er lernen musste, um in der Lage zu sein, ein großes Volk zu regieren und ihm als Führer vorzustehen. An diese höfische Ausbildung schloss sich noch eine Zeit der Stille, eine Zeit der Ausbildung in der menschlichen Einsamkeit der Wüste, aber in enger Verbindung zu Gott, an.


Jetzt, am Ende dieser Ausbildungszeit, Mose ist inzwischen 80 Jahre alt, gibt ihm Gott den Auftrag, die unterdrückten Israeliten aus der Sklaverei zu befreien.


Als Mose in dieser Situation, wo Gott aus dem brennenden Strauch zu ihm sprach, sicher gehen wollte, dass es tatsächlich Gott war, der mit ihm sprach, wollte er von Gott wissen, wer er sei und wie er ihn seinen Volksgenossen vorstellen sollte.


Daraufhin stellte Gott sich Mose vor, als der „Ich bin der ICH BIN“.

Mose sollte sagen, dass er von „ICH BIN“ autorisiert wurde.

ICH BIN! Was meint dieser Ausdruck, diese Kurzvorstellung?

Eine kürzere Beschreibung ist kaum denkbar. Gleichzeitig beinhaltet sie eine Tiefe, die für uns Menschen nicht im Detail zu begreifen ist.


ICH BIN. Ein Ausdruck in der Gegenwartsform. Wenn Gott sich vorstellt und Wesenszüge oder Eigenschaften von sich mitteilt, dann beginnt er immer mit „Ich bin“. Bei ihm gibt es kein „ich war“ oder „Ich werde“, so wie es bei uns Menschen der Fall ist, wenn wir von uns berichten.

Vieles wo wir heute mit „Ich bin“ erzählen, ist morgen schon Vergangenheit und nicht mehr aktuell.

Bei Gott ist das anders. Er ist immer derselbe. Zu aller Zeit. Gestern, heute und in Ewigkeit. Er verändert sich nicht. Bei ihm ist noch nicht die Ankündigung einer Veränderung, oder wie Paulus es im Brief an Jakobus ausdrückt: „der Schatten eines Wechsels“ vorhanden.


…, bei welchem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten. [Jak. 1,17]


Er ist heute, auch in Zeiten von Corona, derselbe wie damals, als er mit Mose gesprochen hat.


Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. [Heb. 13,8]


So wie er damals die Notschreie der Israeliten gehört hat, wie er Kenntnis von ihnen nahm und ihnen dann zur rechten Zeit zur Hilfe kam, so tut er das auch heute noch.


…denn er hat gesagt: "Ich will dich nicht versäumen, noch dich verlassen" [Heb. 13,5]