• andresluiter

Golgatha (3)


5. Die Soldaten geben Ihm Wein


Nachdem der denkwürdige Zug Golgatha erreicht hat, geben die Soldaten dem Heiland ein Gemisch aus Wein und Galle. „…sie gaben in meine Speise Galle“, sagt Er schon in den Psalmen. Galle verdirbt jede Speise! Wie ekelerregend war dieses Getränk. Es sollte Seine Sinne betäuben und die furchtbare Marter erträglicher machen.


Bewundernswert, wie der Heiland sich verhält! Obwohl Er wusste, dass Er dieses Getränk nicht nehmen würde, lässt Er sich herab und probiert. Erst dann lehnt Er ab. Er möchte Seine Sinne nicht mit diesem bitter schmeckenden „Fusel“ betäuben. Stattdessen nimmt Er den Kelch, den Sein Vater Ihm gab. Den Kelch, der randvoll war mit bittersten Leiden. Er wollte die ganze Marter bei voller Besinnung durchleben. Und Er hat sie durchlebt!


Wir sehen Dich den Kelch der Leiden
willig vom Vater nehmen an.

6. Sie kreuzigen Ihn


Wie soll man das beschreiben, was nun passiert? Es ist 9 Uhr morgens, berichtet Markus. Soldaten nehmen Jesus und legen Ihn auf ein Kreuz. Er lässt das ohne jede Gegenwehr geschehen. Sie breiten Seine Arme aus und schlagen Nägel durch die Hände und die Füße. In den Evangelien wird dies fast beiläufig beschrieben: „…sie kreuzigten ihn.“ Was Er dagegen empfunden hat, zeigt Psalm 22: „Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.“ Durchgraben! Das waren keine glatten, scharfen Nägel. Sie waren dick, vielleicht rostig, vielleicht stumpf – so wie Nägel damals waren. Nägel, die Er als Zimmermann schon benutzt hatte.


 Es rührt mich, darüber nachzudenken, dass ich so! in Seine Handflächen eingezeichnet wurde (Jes.49,16) und dass ich für immer in diesen Handflächen stehen bleibe (Joh.20,20)!


Dann richten sie das Kreuz auf. Zwischen Himmel und Erde hängt Er nun da. Freiwillig – nicht allein gehalten von den Nägeln, sondern auch von Seiner Liebe zu Gott und Seiner Liebe zu mir. Viele schauen in diesem Moment zu diesem Kreuz auf. Die Frauen, die Ihn begleitet hatten, Seine Mutter, die Führer des Volkes, die ihn genau dort sehen wollten und das Volk selbst. Soldaten, Simon von Kyrene, die beiden anderen Verbrecher – sie alle stehen vor diesem Kreuz. Was ist wohl in ihnen vorgegangen?


Auch ich stehe vor diesem Kreuz. Auch ich sehe meinen Heiland dort hängen. Ich werde still und bin bewegt über das, was Er getan hat.


Vor Deinem Kreuz, Herr, will ich stille werden.
Vor Deinem Kreuz, Herr, beuge ich mich tief.
Ich höre Deine Stimme, die verstummte
und doch am Kreuze nach mir rief.

Vor Deinem Kreuz, Herr, wird das Elend kleiner.
Vor Deinem Kreuz werd ich mir selber klein.
Was in der Welt so groß ist, zählt hier nicht mehr,
denn Deine Liebe zählt allein.

Vor Deinem Kreuz fang ich an zu verstehen,
was der Verstand niemals verstehen kann.
Die alten Regeln sind am Kreuz zerbrochen.
Mit Dir, Herr, fängt das Neue an.

Vor Deinem Kreuz will ich die Knie beugen
und spüren, wie die Stille mich berührt.
Dein Kreuz, Herr, ist das Tor zu wahren Frieden,
das aus dem Streit nach Hause führt.

Amen!

T: Johannes Jourdan, M / S: Klaus Heizmann (1991)

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